Freitag 10. Februar 2012 ab 23 Uhr
Zucker Club Bremen
Friedrich-Rauers-Straße 10, Bremen
5,- Euro Soli für Leerstandsmelder.de
Techno, Elektro, Drum ’n’ Bass:
speed up my pink pony (live / HB)
pump it team (trash performance / HB)
Suse (amazingmono / HB)
Perlentaucher (HB)
Frank Malditz (HH)
Funk, HipHop, Dubstep:
h.heh (ill / HH)
achtern (Komm in die Gänge / HH)
Señor Rita (Komm in die Gänge / HH)
miel (Straight Ass Broken, Komm in die Gänge / HH)
Menschen brauchen Räume um ihre Bedürfnisse zu decken, um Freiräume zu schaffen, um Neues auszuprobieren. Gleichzeitig stehen Gebäude leer und verfallen ungenutzt. Das wollen wir ändern – mit eurer Hilfe!
Die Einnahmen der Party fließen in die Finanzierung von leerstandsmelder.de. Dort könnt ihr ab dem 01.02.2012 Leerstände in Bremen melden. Gemeinsam entsteht damit ein kollektiver Raumpool für mehr Transparenz und neue Möglichkeitsräume in unserer Stadt.
Gestaltet wird der Abend von Projekten aus Bremen und Hamburg, die solche Möglichkeitsräume bereits geschaffen haben – dem Autonomen Architektur Atelier, der NutzerInnengruppe vom ehemaligen Sportamt, dem Gängeviertel und dem Zucker-Club.
Nach einer kleinen Pause meldet sich die Tanztrieb Crew zurück und starten im Zucker in die 12te Runde. Freut euch auf Helmut Dubnitzky aus den Ausläufern des Schwarzwaldes. Rythmik und Tiefbasspegel sind sein Programm. Desweiterer Spielen Datastix, sowie Hubert & Sachs ihren gewoht deepen und beatlastiges Sound. Unterstützt werden sie vom Tanztriebmacher Mauro Basso.
Es wäre keine Tanztrieb ohne unseren geliebten Dubstepfloor. Man präsentiert an diesen Abend den japanischen berliner SHINS-K,
der mit seinen Dubstepbreakbeatbishinzudrumandbass ganz sicher Horizont erweitern wird und freut sich ebenfalls auf die altbekannten Freunde ILL_K und Staight ass Broken aus Bremen.
Im Rahmen des Neuland-Projektes (www.neuland-bremen.org), das dieses Jahr in der Spedition am Güterbahnhof stattfindet, widmet sich die ZwischenZeitZentrale Bremen (www.zzz-bremen.de) an zwei Abenden dem Niedergang und der Neuerfindung Detroits mit zwei aktuellen und vielfach ausgezeichneten Filmen. Danach gibt es Soul, Funk, House und Techno vom Plattenteller bis open end von Miel, Oswald Twist und Freunden.
Dienstag, 26.07.2011 um 20 Uhr: “Requiem for Detroit” von Julien Temple, 2009, Englisch, 75 min. Die Dokumentation veranschaulicht in beeindruckenden Bildern den rasanten Aufstieg Detroits zur “Motor-City” und den bis heute andauernden Verfall mit seinen verheerenden sozialen und strukturellen Zersetzungserscheinungen.
Donnerstag, 18.08.2011 um 20 Uhr: “Grown in Detroit” von Mascha und Manfred Poppenk, 2009, Englisch, 60 min. Die Dokumentation zeigt, wie durch die Rekultivierung von Brachflächen und die Reaktivierung landwirtschaftlichen Wissens nachhaltige Perspektiven für junge Menschen in der vom Armut und Kriminalität geprägten Stadt entstehen.
Hintergrundinfo: Keine andere Metropole wurde durch eine einzige Industrie strukturell und kulturell so stark geprägt wie Detroit durch die Automobilherstellung. Verkehrsampeln und Stadtautobahnen, aber auch Motown-Soul und Detroit-Techno wurden hier erfunden. Und kaum eine andere Stadt wurde durch den Wandel der westlichen Industriegesellschaft mehr zerstört als die “Motor City” seit den 60er Jahren. Die Folgen von Arbeitsplatzverlust, Abwanderung und Schrumpfung prägen heute das Bild der Stadt – Verfall, Abriss, Leerstände und Brachflächen in extremen Ausmaßen. Detroit schrumpfte von 2 Millionen auf etwa 900 000 Einwohner, ein Drittel aller Grundstücke sind nicht mehr bebaut, über 35 000 Häuser sind unbewohnbar. Doch die verbliebenen Bewohner betreten Neuland und erfinden ihre Stadt neu. Brachliegende Grundstücke werden landwirtschaftlich genutzt und die Stadt entwickelt sich langsam zu einer großen städtischen Farm mit lokal organisierten Gemeinschaften. Dadurch eröffnet sich eine nachhaltige Zukunftsperspektive vor allem für junge Menschen. Damit wird Detroit zum Vorbild für weitere Städte, die vom Strukturwandel betroffen sind.
Unterstützt von der ZwischenZeitZentrale Bremen (www.zzz-bremen.de)
PUMP! DJ, VJ, GO Queer Performance, Bad Kat Feminist Hip-Hop, North Carolina / Berlin
Straßenkino 22 Uhrmit „Plastic Planet“ und dem Vorfilm „Plastic Bag“. Im Rahmen der Ausstellung „Zur Nachahmung empfohlen – Expeditionen in Ästhetik und Nachhaltigkeit“ www.z-n-e.info
DJ BUSINESS ab 23 Uhr
Adel Akram
Bebetta
Datastix
Frank Malditz & Daniel Amato
Kayos
LaKriz
Miel
Oliver Schories
Plastic
Stig Inge
Team Lavendre
Licht: Strom
3D-Mapping: Moritz
Spedition am Güterbahnhof
Beim Handelsmuseum
28195 Bremen
Samstag, 16.07.2011 ab 23:00 Uhr auf der MS Stubnitz
GÄNGEVIERTEL, PLUX und ZUCKER sind BEREIT ZUM KENTERN
Und wenn wir gemeinsam ins Wasser fallen, lassen wir die Korken knallen!
Es wird feucht und fröhlich – also packt die Badehosen ein.
im Bug treffen sich Plux und Zckr
Felix Lorusso (cirque du minimaliste, plux / HH)
Ira & I (cirque du minimaliste, plux / HH)
Playmodul – live (Zckr records / HB)
Stig Inge (Zckr records / HB)
Adel Akram (Zckr records / HB)
Strom – visuals (Zucker-Club / HB)
01. Juli 2011, 04:00-06:00 Uhr
Räuberhöhle / Flughafen Lärz
Oswald Twist versteckt sich Donnerstagnacht, also Freitagmorgen, also… äh… ihr wisst schon… in der Räuberhöhle, welche der wilde Haufen auf einem vereinsamten Rollfeld mitten in der Mecklenburger Wildnis zusammengezimmert haben. Könnt ihr das Versteck der Räuber finden?
18. Juni 2011, 23:00 Uhr
Zucker Club / Bremen Zucker-Club
Oswald Twist @ Zucker Closing:
ZUCKER macht Closing, weil draußen Sommer
mit ganz viel Musik
mit ganz viel Liebe (as always)
mit ganz viel netten Leuten
mit ganz viel Djs & LiveActs
mit ganz viel Zeit
mit ganz viel von allem
Und danach könnt ihr alle draußen spielen gehen.
Machen wir dann auch, der Sonne wegen.
+ Lichtfeuerwerk von STROM
+ 3D mapping »wild im zucker«
+ percy und komplizen vor da house (mit schmaus)
+ Früchte drinnen an der Bar und so
+ Siebdruck
Dieses Frühjahr haben wir im Zucker mit den Perfect Club Project Lessons ein neues Konzept erprobt, die Bremer Partylandschaft mit Inhalten zu füllen und gleichzeitig die subversiven Möglichkeiten einer häufig als unpolitisch wahrgenommenen Feierkultur auszuloten. Ich möchte diese Mail nutzen, um zwei in meiner Wahrnehmung offen gebliebene Punkte noch einmal anzugehen: Zum einen der Dank an alle und zum zweiten die nach wie vor großen Vorurteile gegenüber einer großen amerikanischen Protestform – dem Hip Hop.
Zunächst also noch einmal ein riesiges, fettes Dankeschön an alle Beteiligten: die ReferentInnen und DJs, die uns für wie immer zu wenig Geld einen Einblick in ihre ganz persönliche Musikgeschichte gewährten. Vielen Dank an den Zucker Club, weil er finanzielle Ausfälle zugunsten eines wirklich spannenden Projektes aufgefangen hat. Vielen Dank auch an Martin, der mit seinen Flyern jeder lesson die richtige Optik verpasste. Und vor allem ein fettes Dankeschön an das Publikum! Wir waren alle wahnsinnig überrascht, dass so viele dazu bereit waren, am heiligen FEIERabend ihr Gehirn weiter zu beanspruchen und mit offensichtlichem Interesse von Anfang bis Ende unser Geschwafel zu verfolgen. Wir hatten ganz ehrlich mit nem Dutzend Leute zu den Vorträgen gerechnet und nicht mit zweihundert! Alle FernstudentInnen finden hier übrigens den Mitschnitt der letzten PCP lesson pt. 4 Hip Hop:
Und nun zu dem eigentlichen Anliegen dieses Eintrages: es gab bei der letzten PCP zum Thema Hip Hop bei einigen Unmut darüber, dass in den Vorträgen nicht deutlich genug Stellung zu sexistischen Inhalten, die es in vielen Hip Hop Texten gibt, bezogen wurde. Mir war an dem Abend zwar bewusst, dass es da Bedarf für weitere Ausführung gab, war aber leider in dem Moment nicht schlagfertig genug, auf diese Wünsche einzugehen. Das möchte ich auf diesem Weg nachholen und gleichzeitig ein größeres Verständnis für gewisse Formen der bunten und weit gefächerten Hip Hop Kultur erzeugen. Wir hatten an dem Abend nach den Vorträgen noch angeregte Gespräche zu dem Thema an der Bar und fanden es schade, dass einige der lautstärksten KritikerInnen während der Vorträge den Boykott der weiteren Veranstaltung bevorzugten, anstatt mit uns ins Gespräch zu kommen. Ich finde, dass gerade der Zucker ein Raum sein muss, der für solche Diskussionen offen ist!
In subkulturellen Kreisen neigen wir häufig dazu, Inhalte sehr direkt auf die eigene Person zu beziehen. Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, die Texte afroamerikanischer Hip Hop Kids vor dem Hintergrund unserer eigenen (Sub)kultur zu lesen, sondern können nur die Position des Betrachters von außen einnehmen. Im Grunde so, als sehen wir einen Film. Alternativ können wir uns Hip Hop aktiv aneignen und auf unsere Lebenswelt anpassen, wie es ja tausendfach weltweit geschehen ist. Aber Hip Hop, und ich meine damit jetzt in erster Linie Gangster Rap und verwandte Spielarten, die mit dem Image des Macho Rappers spielen, ist nicht in einem linksalternativen, studentischen, europäischen Milieu entstanden. Gangster Rap kommt, wie wir alle wissen, aus den als Ghettos bezeichneten Stadtteilen us-amerikanischer Großstädte, die hauptsächlich von der afro-amerikanischen Unterschicht bewohnt werden. Hip Hop ist ein Ausdruck der dortigen Lebensrealität und nicht unserer. Und eine andere Lebensrealität bildet auch andere Kulturpraktiken heraus. Neben der Battle-Kultur, welche das spielerische gegenseitige „Dissen“ beinhaltet und auch unter weiblichen Hip Hopern schlagfertig und mit Freude praktiziert wird (zugegebener Massen viel zu selten auf Platte und hier ist sicherlich ein berechtigter Ansatzpunkt feministischer Kritik zu suchen) ist das s.g. Signifyin’“ eine der zentralen Kulturpraktiken afro-amerikansichen Kulturschaffens, dass in allen Kunstformen Anwendung findet. Im Hip Hop wird der Begriff durch „flippin’“ ersetzt, und bedeutet in etwa das Aneignen und ironische Wenden von etwas. Beste Beispiele sind die Begriffe „Nigga“ und „Bitch“. Beide Begriffe sind in ihrem ursprünglichen Sinn natürlich Beleidigungen. Die kulturelle Technik des „Signifyin’“ oder „Flippin’“ ermächtigt sich aber dieser Begriffe und wendet sie in etwas Positives: „My Nigga“ und „My Bitch“. Und diese Technik kann unter prekären Umständen, in denen die afro-amerikanische Bevölkerung der USA ohne Zweifel nach wie vor lebt, häufig die einzige Waffe im sozialen Kampf sein, da sie es ermöglicht, auf sehr subtilen Weg Kritik an der herrschenden Kultur zu üben. So erklärt sich auch die Rolle des schwarzen Macho Gangsters oder Pimps, die in den USA eine sehr lange Tradition hat und viel älter ist als Hip Hop und ein Signifyin’ von Clichés darstellt, die weiße Sklavenhalter von schwarzen Sklaven hatten. Das subtile Signifyin’ dieser Clichés wurde zu Zeiten, in denen offene Kritik an der herrschenden „Rasse“ mit der Peitsche bestraft wurde, zur überlebenswichtigen Taktik, um die eigenen Lebensumstände mit einem letzten Rest Stolz zu ertragen und beziehen sich auf die Konstruktion einer Kausalitätskette zur Legitimierung des Sklavensystems durch die Weißen: Um die Degradierung der afrikanischen Menschen zu wie Vieh gehaltenes Eigentum innerhalb eines christlichen Moralverständnisses zu legitimieren, mussten die Eigenschaften der Sklaven als tierisch erkannt werden. Menschlich bedeutete: verstandsgesteuert, gottestreu und keusch. Tierisch bedeutete: triebgesteuert, ungläubig und sexuell ungehemmt. Der letzte Punkt war zudem ökonomisch zuträglich: denn starke, maskuline Sklaven wurden regelrecht gezüchtet und daher zum Sex gezwungen. Dass der „Neger“ zum Projektionsbild unterdrückter sexueller Begierden bei den keuschen weißen Herren wurde ist vor diesem Hintergrund nicht weiter verwunderlich. Wenn sich ein Afro-Amerikaner in den USA also als omnipotente „Sex Machine“ darstellt, „flippt“ er also das alte, negative Bild des wilden, sexualisierten Sklaventieres in ein positives Bild, allerdings nicht, ohne es ironisch zu brechen. Denn das ist immer ein wichtiger Punkt des „Signifyin’s“: Es wird eine ironische Distanz zu der gewendeten Bedeutung aufgebaut. Wenn Snoop Doggy Dog den Pimp posed, dann ist er also immer nur die Karikatur eines Pimps, der an sich schon die Karikatur weißer Vorstellungen über schwarze Lebensweise ist. Eine der stärksten Eigenschaften des „Signifyin’s“ ist es nämlich, dass der performende Narr sich augenscheinlich selber zum Affen macht, während er durch seinen feinen Humor in Wirklichkeit die Vorurteile des Betrachters vorführt, ohne dass dieser es zwingend wahrnimmt. In diesem Sinne sollten wir sehr vorsichtig sein, wenn wir schwarzes Machismo im Hip Hop verurteilen und darüber nachdenken, ob wie nicht Opfer unserer eigenen Vorurteile werden. Somit ist Hip Hop als Offenlegung rassistischer Clichés zu lesen und ähnlich subversiv wie House, der einer schwarzen, homosexuellen Szene Raum und Identität bot, wie Techno, der den Untergang einer stolzen schwarzen Arbeiterschaft akustisch abbildete oder Drum’n’Bass, der eine multiethnische Gesellschaft als wahres Abbild der britischen Kultur sichtbar machte.
Auf die Gefahr hin, den Vorwurf über mich ergehen zu lassen, rassistische Clichés zu bedienen, welche im Übrigen eine zentrale Rolle bei der Konstruktion afrodiasporischer Identität spielen, möchte ich mit der afroamerikanischen Adaption eines westafrikanischen Märchens enden. Denn tatsächlich ist das zum Narren machen einer anderen Person, um dieser den Spiegel vorzuführen und dadurch deren Selbsterkenntnis zu fördern, in der westafrikanischen Philosophie eine legitime Handlung, welcher mit dem Affen Esu sogar ein Gott geweiht ist, und das „Signifyin’“ bis nach Westafrika zurückverfolgbar macht.
Deep down in the jungle, so they say,
there’s a signifying motherfucker down the way.
There hadn’t been no disturbing in the jungle for quite a bit,
For up jumped the monkey in the tree one day and laughed, „I guess I’ll start some shit.“ [...]
Now the lion came through the jungle one peaceful day,
When the signifying monkey stopped him and that is what he started to say:
He said, „Mr. Lion,“ he said, „A bad-assed motherfucker [elephant] down your way,“
He said, „Yeah! The way he talks about your folks is a certain shame. I’ve
even heard him curse when he mentioned your grandmother’s name.“
The lion’s tail shot back like a forty-four
When he went down that jungle in all uproar.
When they was fussing and fighting, the lion came back through the jungle more dead than alive,
When the monkey started some more of that signifying jive.
He said, „Damn, Mr. Lion, you went through here yesterday, the jungle rung.
Now you come back today, damn near hung.“ [...]
[But the monkey’s signifying leads him to get excited and he falls and is captured by the lion]
The monkey looked up with a tear in his eyes. He said, „Please, Mr. Lion, I apologize.“
He said, „You lemme get my head out of the sand, ass out of the grass, I’ll
Fight you like a natural man.“ The lion jumped back and squared for a fight.
The motherfucking monkey jumped clear out of sight.
He said, „Yeah, you had me down, you had me at last. But you left me free,
now you can still kiss my ass.“
In diesem Sinne , lieben Gruß und open your mind, Oswald.